Lilli Marleen

Lillis place for rants and musing about life, universe and the whole rest. Mostly left, mostly sarcastic, sometimes in german, sometimes in Lilli-english.

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As you might see soon, english is not my mothertongue. And since english speaking people are used to others stumble around in their language, I hope I don't make too much of an idiot of myself here. So - my deepest apologies adressed to the English Language for not worshipping her better.

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Samstag, Juli 24, 2004
 
Mithilfe bei der Vatersuche

manchmal, da lese ich Sachen und könnte mich unheimlich drüber aufregen.

Ich habe ein paar Jahre in der sog. "Offenen Hilfe" in einem Sozialamt gearbeitet, und habe da festgestellt, dass es, unabhängig von perönlichen Dingen wie Sympathie, Antipathie, Benehmen und Plausibilität auch ganze Gruppen von Leuten gibt, die mich oft und gerne haben aus der Hose springen lassen. Eine dieser Gruppen waren die "Sie wissen ja, wie das ist"-Frauen, wie wir sie heute nur noch nennen.

Also so:
Lilli sitzt im Büro hat Termin mit neuer Hilfesuchenden, Frau G. erzählt ihr Problem. Sie ist Anfang 20, hat nix gelernt, keinen Schulabschluss und kurz bevor ich sie jetzt in eine berufsnahe Maßnahme packen kann, rückt sie damit heraus, dass sie schwanger ist.

"Leben Sie mit dem Vater zusammen?"
Kopfschütteln
"Was macht der denn beruflich?"
Schulterzucken
"Wissen Sie denn, wie der Vater heisst?"
"Peter"
"Okay, und weiter"
"Weiß ich nicht"
"Wie? Sie sind mit jemandem zusammen, werden schwanger und wissen nicht, wie er heisst? Dann gehen Sie aber mal flott heim und schauen in den Personalausweis."
"Der wohnt nicht bei mir"
"Wo wohnt er denn?"
"Weiss ich nicht"
"Wie jetzt? Vielleicht erzählen Sie mir mal, wie Sie denn schwanger geworden sind?"
"Ja, den hab ich in der Disco getroffen und einmal, da waren wir alleine, es war dunkel... naja, sie wissen ja, wie das ist..."
"Nein, weiss ich nicht"
"Naja, ich hatte getrunken, ich kann mich da nur noch an diesen Peter erinnern, das war irgendwo in einer Disco in Köln, und danach dann eben, naja, sie wissen ja..."
"Nein, tut mir leid, ich weiss nicht, wie das ist, mir von Wildfremden ein Kind andrehen zu lassen, da müssen Sie mir schon mit einer besseren Geschichte kommen..."

Bessere kamen nur nie.

Diese Mädels blieben steif und fest bei ihrer Version und haben fröhlich Kohle abgezockt, weil sie plötzlich nicht mehr wussten, wie denn der Vater heissen könnte. Hätte sie mir fünf Mögliche genannt, dafür hätte ich Verständnis gehabt, sowas kann passieren, aber keinen?

Beim ersten Mal glaubst Du so eine Geschichte noch und denkst Dir, okay, kann ja wirklich mal passieren, so ein One-night-stand und er geht wieder und ein paar Wochen später merkst Du, die Pille hat doch nicht angeschlagen...aber dann nicht so.

Diese Mädels hatten es bei mir immer besonders schwer, Mitgefühl zu wecken. Ich finde es schäbig, Leistungen vom Staat oder einer Solidargemeinschaft zu zocken, die einem nicht zustehen. Ist schon ganz okay, dass ich da nicht mehr arbeite...
Und bevor einer brüllt: Das gleiche gilt auch für Steuerrückzahlungen und Versicherungserstattungen, wo es garantiert mehr und teurere Fälle sind, aber ich hab nunmal in nem Sozialamt gearbeitet und keine Ahnung von Versicherungen und Steuern. Aber ich wünsche mir, die würden sich nur halb so viel aufregen, wie ich, wenn ich sowas bei Udo lese, denn dann würde sich vielleicht doch was ändern...