Lilli Marleen

Lillis place for rants and musing about life, universe and the whole rest. Mostly left, mostly sarcastic, sometimes in german, sometimes in Lilli-english.

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As you might see soon, english is not my mothertongue. And since english speaking people are used to others stumble around in their language, I hope I don't make too much of an idiot of myself here. So - my deepest apologies adressed to the English Language for not worshipping her better.

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Samstag, Januar 24, 2004
 
Drama Queen

Jetzt habe ich mich lang, breit und deutlich darüber ausgelassen, dass so stille Typen nix für's Leben sind, da muss ich doch, einfach der Fairness halber auch erwähnen, dass so der total extrovertierte Typ auch nicht wirklich das ist, was Lilli's Herz begehrte.

Ich meine – wer lebt schon gern mit einer Drama Queen?

Also – jede Frau, die was auf sich hält, hat einen schwulen Freund. Ohne verstößt ja quasi gegen irgendein Gesetz. Nur, nicht jede Frau muss auch erst mit diesem Freund ins Bett um herauszufinden, dass er wirklich und entgültig schwul ist. Ich meine – wenn er es vorher nicht war, danach war er es bestimmt.

Also, kennengelernt habe ich ihn, nennen wir ihn mal Kurt, als ich so 17 war, oder so. Dann haben wir uns eine Ewigkeit aus den Augen verloren und ich habe ihn Anfang der 90er zufällig wiedergetroffen. In dieser Zeit war Kurt einmal verheiratet und einmal wieder geschieden, einmal als Travestie-Star in den Zeitungen und einmal schon wieder so richtig tief gefallen. Kurt war lustig. Mit Kurt zusammen zu sein war elementar lustig. Jenseits aller Baggerei war es brüllkomisch, mit Kurt durch die Kneipen zu ziehen, sich über die Sprüche halbbewusstlos zu lachen, andere Leute zu beobachten und Loriot-Zitate auszutauschen.

Ich fand es cool und nett, mit einem Schwulen befreundet zu sein und die Probleme tauchten erst auf, als Kurt sich daran machte, mich davon zu überzeugen, dass er sooo schwul eigentlich gar nicht ist. Oh Mann! Nicht, dass ich es nicht gewusst hätte.
Aber nach dem vierten Strauß Rosen (langstielige) per Bote ins Büro und nach der siebten oder achten Zeitungsanzeige bin ich einfach schwach geworden.

Großer Fehler Lilli.
Er wollte mit dem „vollen Programm“ nicht mir was beweisen, sondern sich.
Klar. Dem, der ihm am wichtigsten ist.
Tjaa. Hatte ich verwechselt. Kann ja mal vorkommen.

Kurt zog natürlich zügigst bei mir ein und wir waren ein umfeiertes Paar, jung, dynamisch und sooo verliebt.

Mädels – habt Ihr schonmal mit einem Mann zusammengelebt, der morgens im Bad länger braucht, als Ihr selbst?
Habt Ihr schonmal festgestellt, dass die Gesichtscreme Eures Partner das Dreifache von Eurer kostet?
Kennt Ihr das Gefühl, wenn Ihr vor lauter Herrendüften im Bad überhaupt nicht wisst wohin mit Euren drei Fläschchen?

Glaubt mir, so ein Typ ist nicht das, was Ihr wollt.
Ihr seid nichts, als ein Spiegel für ihn. Wenn er Euch anlacht, dann nicht, um Euch eine Freude zu machen, sondern um zu sehen, wie sein Lachen auf Euch wirkt.
Wenn er Euch ein Kompliment macht, dann nicht, damit Ihr Euch besser fühlt, sondern, um nicht aus der Übung zu kommen.
Wenn er mit Euch vögelt, dann nicht, um mit Euch zusammen schönen Sex zu haben, sondern um im Training zu bleiben.

Ja, das Problem war nicht wirklich, dass er schwul war – damit wäre ich fertig geworden. Das Problem war, dass er einfach eine vollkommene Drama-Queen war. Es gab nichts, aber auch wirklich gar nichts, was in seinem Leben einfach mal normal gelaufen ist. Das Schlimme ist, ich war jahrelang dabei – es stimmt. Es ist nichtmal gelogen.

Mit Kurt war immer alles so einen Zacken schriller als sonst.

So trafen wir zusammen einen alten Bekannten, der mittlerweile Koks konsumierte. Nur nicht genug damit, nein – er legte sich an unserem Tisch eine Line, sniefte sie genüßlich weg und störte sich überhaupt nicht am Kellner oder sonstwar.

So kann es jedem passieren, Krach mit seinem Partner zu bekommen. Nur Kurt hingegen findet einen Partner (ein paar Jahre nach uns), der versucht, sich an der Türklinke zu erhängen (die Götter wissen, wie das gehen soll).

So kann jeder mal ein Problem haben, wenn er Alkohol trinkt und vorher eine Schmerztablette genommen hat. Nur Kurt rennt dann allerdings in Köln über die Venloer Straße und umarmt und knutscht jeden ihm entgegenkommenden türkischen Mann ab.

Ja, das Leben mit Kurt war anstrengend. Nachdem wir uns (natürlich auch showreif) getrennt haben, fanden wir recht flott den Weg zu einer einigermassen stabilen Freundschaft, die auch ca. acht Jahre halten konnte.

Aber glaubt mir – es ist höllisch anstrengend mit einer Drama-Queen zu leben.
Du brauchst Nerven wie Drahtseile, einen Sinn für Zeitplanung, einen flexiblen Job und eine gute Haftpflichtversicherung. Ach ja, und wenig Schlaf sollte genügen.

Kurt? Ich weiss nicht, was er jetzt macht, aber glaubt es mir – es ist bestimmt unheimlich aufregend, spannend und einzigartig.